Soziale Kontakte zwischen den Kindern

 
Kommt ein Kind in eine Tagespflegestelle, so „verlässt“ es seine gewohnte familiäre Struktur. Für die Kinder ist dies erst einmal ungewohnt und auch Neuland. Sie kommen in eine bestehende Kleingruppe und müssen sich dort erst einmal zurechtfinden.
 
Dies ist ein wichtiger Schritt im Leben der Kinder. Die Tagespflegeperson ist dabei unterstützender Partner. Sie gibt dem Kind den sicheren Raum auszuprobieren und sich in der Kleingruppe frei zu bewegen, ohne sich dabei zu verletzen oder andere zu verletzen.
Kinder unter 3 Jahre spielen eher parallel zueinander. Rollenspiele oder gemeinsames Spielen sind Fähigkeiten, die sich erst noch entwickeln müssen. Durch das freie Bewegen und Ausprobieren der Spielmaterialien lernen die Kinder Eigenständigkeit und lernen auch die Unterschiede von verschiedenen Spielmaterialien.
 
Da Kinder unter 3 Jahren einen Konflikt häufig noch nicht verbal lösen können, ist es die Aufgabe der Tagespflegeperson die Kinder genau zu beobachten und sie versucht abzuwägen wann ein Einschreiten notwendig ist.
Die Kinder lernen bei Konflikten mit anderen Kindern für das einzustehen was sie gerade möchten und lernen auch mit Frust umzugehen. Wichtig ist uns dabei, dass die Kinder dabei nicht handgreiflich werden. Sie haben in diesem Alter noch wenig Einfühlungsvermögen und sehen nur ihr Ziel: Ich möchte jetzt sofort dieses Spielzeug. Wenn ein anderes Kind aber gerade damit spielt, ist der Streit vorprogrammiert. Die Tagespflegeperson ist hier das „Sprachrohr“ der Kinder. Sie versucht einen Kompromiss mit den Kindern einzugehen. Ein solcher Kompromiss könnte zum Beispiel sein: das eine Kind spielt noch ein bisschen und gibt das Spielzeug dann ab oder das Kind darf sich etwas anderes aussuchen, mit dem es gerne spielt.
 
Da wir zu zweit 9 Kinder betreuen, können wir eher auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Es gibt in einer Kleingruppe immer Kinder die mehr Bewegung brauchen und Kinder, die vielleicht schon müde sind, weil sie die Nacht zuvor nicht so gut geschlafen haben. Hier möchten wir dann die Gruppen nach ihren Bedürfnissen trennen; mit den Kindern, die Bewegung brauchen nach draußen gehen und den anderen Kindern Ruhe geben.